Dieses Ding ist 40 Jahre alt. Sieht man ihm gar nicht an: Feldmesser 78 (FM78) heißt das Glock Feldmesser nach dem Einführungsdatum beim österreichischen Bundesheer. Vier Dezenien ist das also jetzt schon her. Und auch wenn es sich weltweit verbreitet hat, für uns ist es einfach das Bundesheermesser. Happy birthday, Glock Feldmesser! Es liegt gut in der Hand, es schaut allemal schick aus. Auch wenn es böse Menschen gibt, die meinen, es sei eine „billige Plastikkopie von einem Ka-Bar“. Darauf hören wir gar nicht. Dieser Hetze können wir nur mit sachlichen Argumenten begegnen:

– Gesamtlänge: 29,0 cm

– Klingenlänge: 16,5 cm

– Gewicht: 249,0 g

– Klingenstärke: 5,0 mm

– Klingenform: Clip Point (manchmal mit Sägerücken) 

– Scheide: Polymer mit integrierter Gürtelschlaufe und Wasserablauf-Öse

– Klingenstahl: Federstahl (55 HRC)

– Klingenbeschichtung: Brünierung

55 HRC also. Während unserer Dienstzeit waren ambitionierte Versuche diese Klinge scharf zu kriegen verboten, weil sie regelmäßig damit endeten, dass vom Klingenstahl nur mehr wenig oder grausamste geschliffene Überreste da waren. Andererseits: wir sind letzthin auf jemand gestoßen, der sich sein Glock Feldmesser von einem professionellen Schleifer scharf machen hat lassen. Er verwendet es unvorstellbarer Weise als Arbeitsgerät um Fische auszunehmen. Hätten wir FM78 mit 55 HRC nicht zugetraut.

Hier sind die originalen Markings eines Messers aus dem Bestand des österreichischen Bundesheeres zu sehen. Wir haben den Klassiker auf einen Flohmarkt zu einem guten Preis bekommen. Es ist die Klingenform ohne Sägezähne (die ist FM81). Dazu eine gehörige Portion Nostalgie, die uns zuschlagen hat lassen.

Auf der anderen Seite sind keine Markierungen. Die Brünierung ist vom Ein- und Ausstecken abgerieben. Der Haken an der Parierstange war das, was bei uns am häufigsten im Einsatz war. Man kann damit die Kapsel bei der Bierflasche heben.

Das Griffstück, das seltsamerweise doch ein bisschen an ein militärisches Ka-Bar erinnert – siehe hier –, liegt sehr gut in der Hand. Wir kennen Modernisten, die sich den sogar gestippelt haben, um mehr Grip zu haben. Original ziehrt noch immer das runde Glock Logo das Polymer.

Hier ruht es in seiner Scheide. Glock hat immer ein gutes Händchen für Design gehabt, das ist alles stimmig und auch nach 40 Jahre noch wirkt FM78 modern.

Die integrierte Sicherung hält das Messer fest an seinem Platz. Wer es am Gürtel trägt, braucht überhaupt keine Verlustängste zu haben. Es gibt Einheiten und Zeiten, da hat man das Messer eher verkehrt auf der Schulter hängend getragen. Schaut schärfer aus. Manchmal wird da mit Paracord gegen Verlust gesichert. Nachteil: man kann das Messer, das martialisch an der Rüstung hängt, nicht mehr schnell ziehen. Vorteil: es muss sich kein Zug oder keine Kompanie in den Wald auf die Suche nach dem Messer.

Auf Verlust reagierte der Dienstherr sehr allergisch. Daher der traditionelle Tipp der Ausbildner an Rekruten, die Messer „ausgestreut“ haben: „Geh’ ins G’schäft und kaf dia ans.“ (Geh in des Geschäft und kauf Dir eins). Privatbeschaffung und -ersatz. Erspart viele sinnlose Diskussionen mit Vorgesetzten … und Suchaktionen im Wald.

Die Bügellösung von Glock ist simpel und sinnvoll. Seitlich verbiegen, offen. Zusammenschieben, wieder zu.

Die Hinterseite vom guten Stück. Unten an der Scheide die Abläuföse und auch eine darüber noch eine Öse um das Messer, wenn es am Gürtel befestigt ist, ans Bein binden zu können.

FAZIT: Ein Klassiker. An sich ein Nebenprodukt von Glock, aber – wie auch der Glock Feldspaten – eine großartige Lösung. Formschön, effizient, gleichzeitig eine Arbeitsklinge, die viel verzeiht. Muss sie auch, bei den vielen jungen Männern mit der vielen Zeit, die sie in die Hand gedrückt bekommen.

Wer mehr über die Geschichte von FM78 wissen will, der STRATEGIE & TECHNIK Blog hat einen tollen Artikel dazu veröffentlicht.

Glock Feldmesser gibt es in allen Variationen (mit und ohne Sägezahnung) und in allen Farben (Schwarz, Coyote und Olivgrün) in allen Geschäften, die Glock führen.

GLOCK im Internet: www.glock.at

Glock selbst feiert das Jubiläum mit einer Spezialedition in 780 Stück. Dieses Sammlermesser gibt es überall, wo es Glock gibt.