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Wir haben aus den USA noch zwei interessante Geschichten mitgebracht. Die erste wollen wir Euch heute zeigen – unsere Freunde von S4 Supplies ermöglichten uns die Teilnahme an einem Schießkurs der besonderen Art bei Advanced Weapons and Training Tactics (AWATT) in Houston, Texas.

Texas … hier hat man ein moderates Waffengesetz: Das sichtbare Tragen einer Waffe ist erlaubt.

Kurz nach der Shot Show sind wir von Las Vegas nach Houston geflogen, wo wir mit Michael, CEO von Advanced Weapons and Training Tactics (AWATT) verabredet waren. Am Ankunftstag ließen wir es locker angehen und verabredeten uns nur mit einem der Ausbilder zum Abendessen, um die Details für den kommenden Tag zu besprechen.

AWATT wollte uns primär die Möglichkeiten der verschiedenen Kurse zeigen, um uns möglichst viel Inhalt in den zwei Tagen Aufenthalt zu vermitteln. Wir haben also keinen kompletten Schießkurs absolviert, sondern nur überall reingeschnuppert.

Früh am Morgen ging es auf die Shooting Range von Trinity Armory, dem bevorzugten Trainingsplatz von AWATT. Hier kann man neben dem Training auch ganz entspannt shoppen gehen.

Nach der Sicherheitseinweisung haben wir uns im Gebäude den Video-Schießstand angesehen. Das System bietet szenariobasiertes Trockentraining, wo auch komplett unerfahrene Schützen bzw. Neulinge den Umgang mit der Pistole erlernen können.

Neben den Szenarien kann natürlich auch ganz simpel auf virtuelle Scheiben oder ähnliches geschossen werden. Das macht Spaß, gibt den Trainern schon einmal einen ersten Eindruck von dem Schützen, bevor dieser dann mit einer scharfen Waffe loslegen kann.

Die Anlage verfügt über etliche 50/100 Yard Stände, die dank einer Überdachung auch bei schlechtem Wetter genutzt werden können.

Einen guten Gesamtüberblick gibt es in diesem Video:

Wem die geschlossenen Stände nicht gefallen, der kann auch etwas dynamischer davor trainieren, so wie wir es gemacht haben – aber dazu später mehr.

Der zweite Punkt auf der Tagesordnung: Pistole schießen. Trinity Armory hat einen komplett überdachten Kurzwaffenstand, der auf 25 Yards dynamisch bespielt werden kann.

Nach einer kurzen Einschätzung ging es gleich mit knackig schnellen Drills zur Sache.

Schießen aus dem Holster – hier selbstverständlich und immer Voraussetzung.

Papier ist langweilig, darum haben wir uns relativ zügig nach draußen bewegt, wo wir gegeneinander und gegen die Ausbilder auf Zeit geschossen haben.

Das Wetter wurde zunehmend besser (nach etlichen Tagen Regen, wie man uns mitteilte und wir gleich darauf feststellen konnten) während wir uns auf den Weg zur nächsten Range machten.

Der Stand ist nicht überdacht und entsprechend dem Wetter ausgesetzt, rutschig und matschig war es, dafür aber auch entsprechend spannend.

Ab jetzt wurde neben der Pistole auch mit dem AR15 geschossen – also Pistole ins Holster. Germans to the front.

Schnelle Schussfolgen, Zielwechsel und immer wieder Wechsel zwischen Gewehr und Pistole waren jetzt Tagesordnung – komplett mit Plattenträger und Gürtel, versteht sich. Wir sind ja nicht zum Spaß hier …

Hier ein Blick durch die Optik. Bei heller Texassonne und Dreck zeigt sich schnell, was alleine die Umgebung für einen Unterschied beim Schießen macht.

Die Trainer erklären und zeigen die Drills, die wir gemeinsam schießen wollen.

Zwischen den Stationen war schnelles Tempo angesagt, damit auch die Pumpe was zu tun hat … Feuer und Bewegung. Alles legal hier.

Beeinflusst natürlich ganz massiv die Treffgenauigkeit, was man immer bei der letzten Station mit der Kurzwaffe merkt.

Und weiter geht die Rennerei.

Die Stationen mussten in unterschiedlichen Anschlagsarten gemeistert werden – hier wird das AR15 abgelegt.

Natürlich muss man Deckung auch liegend meistern – hier kann man den Matsch nutzen, um schön in die Deckung zu rutschen …

… aus der der Schütze dann liegend die Ziele unter Feuer nehmen kann …

… von das von rechts und links. Ganz offen gesagt: so ein Dreck (der Boden).

Zwischendurch werden Fehler korrigiert, Treffer ausgewertet und immer wieder die Ausrüstung vom gröbsten Dreck gereinigt.

Der Tag war viel zu schnell zu Ende, aber irgendwie waren wir auch froh, nach all den Anstrengungen. Also ab ins Hotel und warten auf den nächsten Tag, der noch mehr Highlights bringen sollte.

Tag 2. Um 5:00 Uhr klingelt der Wecker. Schnell ins Bad und ab ins Auto. Ziel: Temple, Texas. Dort wartet ein Vogel auf uns – leider nicht, wie wir gehofft haben, ein Little Bird, mit dem sonst trainiert wird …

… sondern „nur“ ein Bell Ranger. Der MH-6 musste Feuerwehr bei einem nahgelegenen Brand spielen und war deshalb nicht verfügbar.

Also ab in den Ranger und hoch in die Luft – wir fliegen zum nächsten Schießplatz …

… wo gerade die Waffen vorbereitet werden …

… damit wir zuerst in die Tiefen des Long Range Shootings auf 800 Yards Einblick erhalten.

Zu zweit geht alles besser. Beobachten und Unterstützen: Sniper und Spotter bei der Arbeit.

Fescher Kerl: Ein selbstgemachter Ghillie.

Zu den Ausbildern bei AWATT gehören auch exzellente Scharfschützen der US Armee. Auf der Seite von AWATT kann man im Bereich Ausbilder nachlesen, welchen Hintergrund die Herren haben.

Die Bandbreite geht über Polizei, SEALs, SWAT, Marines, Navy, Army und so weiter. Viele haben mehrere Kampeinsätze hinter sich und bringen entsprechende Erfahrungen aus den Bereichen Long Range Shooting, CQB, Nahkampf, Medic, EOD und Streifendienst mit sich – was ein äußerst interessantes Gesamtpaket für die professionelle Ausbildung darstellt.

Der Herr im Ghillie ist aber etwas sauer, weil wir sein Scharfschützengewehr in Beschlag genommen haben. Damit muss er leben, wir haben das nicht alle Tage.

Hier eine .308 Hülse neben einem Magazin mit .50 BMG Munition – wofür das wohl ist?

Da kommt ein kompakter Kasten daher. Hier passt doch kein Gewehr hinein? Zumindest nicht am Stück – also Lauf mit dem Rest verbinden.

So schaut das schwere Geschütz dann aus: Damit es nicht langweilig wird, haben wir auch mit Kaliber .50 auf 800 Yards geschossen.

Mit nichts zu vergleichen, was wir bisher geschossen haben: die 50iger macht ordentlich Dampf …

… und hat auch einen entsprechenden Sound, …

… den man hier leider nicht hören kann, aber die Bilder geben einen ganz guten Eindruck, finden wir.

Noch mehr Spielzeug wird herangekarrt, 2nd Amendment sei Dank.

Vollautomatisch und mit Schalldämpfer, das geht nur in Amerika. Zumindest für uns Normalsterbliche. (Für deutsche Bundesbürger gibt es in dem Moment noch eine extra Portion Mitleid.)

Kurze Feuerstöße mit kurzem Lauf …

… und Feuer und Bewegung.

Zwischendurch zeigen die Trainer immer wieder, was zu beachten und korrigieren ist …

… damit auch im vollautomatischen Betrieb die Projektile ihr Ziel finden.

Die Krönung des Tages war das Schießen aus dem Hubschrauber. Nach der Sicherheitseinweisung und dem Go der Ausbilder für einen sicheren Umgang mit den Gewehren werden wir am Hubschrauber festgeschnallt …

… der dann auch zügig abhebt.

Geschossen werden kann gleichzeitig von beiden Seiten – Ziele sind entlang der Flugstrecke in kurzen Abständen aufgebaut.

Das Wetter ist zwar windig, aber dafür keine Wolke am Himmel und klare Sicht.

Wer wollte, konnte sich auch auf die Kufen stellen und „in den Seilen hängen“ beim Schießen arbeiten.

Nachladen und weiterschießen: Der Hülsenfänger dient nur als Schutz für die Rotoren und ist deshalb unten offen.

Nach ein paar Überflügen wurde abgewechselt, damit auch alle Teilnehmer in den Genuss des Parcours kamen.

Der Chef persönlich nimmt uns in Empfang.Damit endete unser zweiter und letzter Tag in Texas. Wir müssen zugeben – wir haben viel erlebt und werden noch lange dieses tolle Erlebnis im Kopf haben.

FAZIT: Advanced Weapons and Training Tactics ist auf jeden Fall klar zu empfehlen. Nette Ausbilder mit fundiertem Wissen und langjähriger Erfahrung, ein breites Spektrum an Kursangeboten und die Möglichkeit, mit einem Helikopter zu trainieren machen AWATT einzigartig.

AWATT hat einige Kurse auf der Internetseite im Angebot. Das geht von Selbstverteidigung, über Notfallmedizin bis hin zu Pistolen/Gewehr Kursen.

Speziell für Kunden aus dem Ausland gibt es ein Rundum-sorglos-Paket:

Für 3.500Dollar (Pistole/Gewehr) bzw. 3.000 Dollar (Sniper/Long Range) muss man sich nur um einen Flug kümmern, den Rest erledigt das Team. Im Preis enthalten sind Unterkunft, Waffen und Munition. Ein Abendessen am An- und Abreisetag (BBQ & Bier), Hol- und Bring-Service vom und zum Flughafen sowie dem Schießplatz für drei Tage Schießen und fünf Tage Aufenthalt (bzw. vier Tage bei Long Range). Hier der Flyer:

AWATT Angebote

Ihr wollt auch im Helikopter sitzen und schießen? Dann bucht doch noch den Aerial Interdiction Marksmanship (A.I.M.) Kurs dazu.

Dazu braucht Ihr eine Gruppe von mindestens sechs Personen und weitere 1.500 Dollar pro Person. Beinhaltet ist:

– Shuttle-Service zum Helikopterschießplatz

– Munition und Waffen für den ganzen Tag

– Mittagessen

– Ausbilder und Piloten

– Ein Fotograf für Erinnerungsfotos

– Sprit und Kosten des Helikopters

Wir können es nur empfehlen. Das ist etwas, was man kaum sonst irgendwo machen kann, speziell in Europa wäre uns das neu.

Wir bedanken uns bei Michael und seinem Team von AWATT, S4 Supplies, Trinity Armory und allen Beteiligten, die uns in diesen Tagen mit Ausrüstung, Geduld und Spaß zur Seite gestanden haben.