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Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts war Kriegsführung in den Bergen taktisch nicht relevant. Erst die Weltkriege definierten die Rolle der Gebirgstruppe in den Streitkräften. Moderne Gebirgstruppen verschwimmen oft zwischen konventionellen Truppen, spezialisierten Infanterieeinheiten und Spezialeinheiten. Die Verfügbarkeit qualifizierter Gebirgstruppen erweitert die Handlungsoptionen der Streitkräfte, erfordert jedoch spezielle Ausbildung und Ausrüstung. Die Ausbildung von Bergsoldaten umfasst Orientierungsaufgaben, Überwindung schwieriger Gelände, Erhalt der persönlichen Kampfkraft unter extremen Bedingungen und den Umgang mit Spezialausrüstung. Die Struktur der Gebirgsbataillone und -kompanien unterliegt rasanten Veränderungen und enthält neben traditionellen Infanterieaufgaben auch Fähigkeiten zur Führung des kombinierten Waffenkampfes in bergigem Gelände.
Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts war ein Gebirgskrieg keine taktische Überlegung wert, waren doch weder Versorgung noch Ausbildung noch das benötigte Material dafür vorhanden. Die Geländeeigenheiten, schnell wechselnde Witterung, Kälte und Eis, Lawinen und Muren, aber auch die Kargheit des Bodens verhinderten in der Regel einen Krieg im Gebirge, dieses wurde einfach als Bewegungshemmnis gesehen.
Römische Heere überquerten bereits ganze Bergketten, aber Kampfhandlungen fanden dort durch bewusste Vermeidung nicht statt. Einsatz, Ausbildung und Ausrüstung spezialisierter Gebirgstruppen wurde im Europa der „Schlafwandler“ lange keine Priorität gegeben. Die Ereignisse der Weltkriege definierten im Wesentlichen die Rolle der Gebirgstruppe in Verbund der Streitkräfte.
Im Einsatz moderner Gebirgsjäger ist aufgrund ihrer Spezialisierung der Grenzbereich zwischen konventionellen Truppen, spezialisierter Infanterie und Spezialeinsatzkräften oft fließend.
Einsatzverfahren und Gefechtstechnik bestimmen die Trennlinien.
Für Streitkräfte erhöht die Verfügbarkeit qualifizierter Gebirgsjäger jedenfalls den Rahmen der Handlungsoptionen. In die Einsatzführung kann auch die extreme Durchhaltefähigkeit und Mobilität einbezogen werden.
Kampf, Kampfunterstützung, Unterstützung. Auf die Gebirgstruppe abgestimmte Force Multiplier haben einen wesentlichen Einfluss auf deren erfolgreichen Einsatz, diese müssen zeitgerecht einer entsprechenden Gebirgsqualifikation unterzogen werden.
Nicht jeder Soldat ist aus dem Holz, aus dem Gebirgsjäger geschnitzt sind
Was macht „den Gebirgsjäger“ aus?
– Die Beherrschung einer militärischen Funktion, auch unter den fordernden Umfeldbedingungen des Hochgebirges macht letztlich den wesentlichen Unterschied zu anderen Soldaten aus.
– Die Anforderung: Bewegung, Verbindung und Waffeneinsatz bergauf/bergab in Fels, Eis und Schnee, besondere physische und psychische Stärke da die notwendige Ausrüstung selbst und über lange, anspruchsvolle Distanzen getragen werden muss, ausgesetzte Höhenzüge und Tage ohne Infrastruktur bei mäßigem Wetter erfordern eine gewisse Leidensfähigkeit.
– Der Erwerb und Erhalt von Gebirgsqualifikationen sind außerdem extrem selektiv und langwierig.
Gebirgstruppen werden – nicht nur in Österreich – isoliert betrachtet. Tendenziell marginalisiert, stellen Gebirgstruppen jedoch einen beachtlichen Anteil am Gesamtumfang der europäischen Streitkräfte.
Interoperabilität wird eine Schlüsselfähigkeit der nahen Zukunft sein, da starke Spezialisierung im Falle der Gebirgsjäger auch Einschränkungen der klassischen Multirole-Fähigkeiten der „Jägertruppe“ bedeuten kann.
Das nötige Wissen und die nötigen Fertigkeiten um Aufträge im gebirgigen Gelände durchführen zu können wird unseren Soldaten schon ab der vierten Ausbildungswoche vermittelt.
Unter anderem sind das Gebirgsmärsche mit Orientierungsaufgaben mit Waffen und Ausrüstung im Sommer und/oder Winter, das Überwinden schwieriger Geländeteile, die Fähigkeit die persönliche Kampfkraft auch unter Extrembedingungen erhalten zu können.
Ausbildungsschwerpunkte sind auch das Erhalten der Einsatzbereitschaft der Waffen und Ausrüstung, die Zusammenarbeit mit Hubschraubern und Tragtieren bzw. anderen Waffengattungen, Besonderheiten des Feuerkampfes, Biwaks im Hochgebirge, das Verhalten bei Gefahren des Gebirges, die Verwendung spezieller Geräte wie Kletter-, Eis- und Schiausrüstung, Suche und Bergung Verschütteter nach Lawinenabgang, Erste Hilfe und Transport Verwundeter. Die Gebirgskampfausbildung stellt eine Kombination aus Gefechts- und Gebirgsausbildung dar, aus beiden Disziplinen werden die relevanten Inhalte vereint.
Die Gliederung der Bataillone und Kompanien kennzeichnet sich momentan durch rasche Veränderung. Grundsätzlich orientiert sie sich an der Jägertruppe (ein Führungs- und Versorgungselement, drei Jägerzüge und einen Panzerabwehrlenkwaffenzug). Als Besonderheit verfügen die Hochgebirgsjäger je Kompanie über einen Alpinerkundungstrupp mit Heeresbergführern. Die HBF des Trupps sind Berater in gebirgstechnischer Hinsicht und liefern Entscheidungsgrundlagen für den taktischen Kommandanten hinsichtlich der Beweglichkeit im Hochgebirge. Zur Zeit weist die Gliederung der Hochgebirgsjäger eine eigene Kampfunterstützung in Form eines Granatwerferzuges auf. Dieser ist mit 81 mm mittleren GrW 82 und 120 mm schweren GrW 86 ausgerüstet. Weiters verfügen die Kampfunterstützungskompaniene über einen Aufklärungszug, einen Pionier- und ABC-Aufklärungszug sowie einen Panzerabwehrlenkwaffenzug. Neben den klassischen Infanterieaufgaben beherrschen die Soldaten des Bataillons alle Fähigkeiten die für das Führen des Gefechts der verbundenen Waffen im gebirgigen Gelände und Hochgebirge benötigt werden. Außerdem sind die Soldaten speziell für den Kampf in urbanem Gelände ausgebildet.
TRUPPENSCHAU: Hochgebirgsjäger – hier auf SPARTANAT
Boris Kurnik, Redaktionsleiter der Truppenzeitung „Gebirgsjäger“ (Hochgebirgsjägerbataillon 24).
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