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Drohnen
SPARTANAT Analyse:

Die Terror-Drohne von Leipzig

In Leipzig wurde ein Drohnenanschlag verhindert. Eine FPV-Drohne mit 800 g Semtex wurde entdeckt. Die Drohne könnte durch Abwurf- oder Aufschlagzünder wirken. Zudem kollidierte eine DHL-Maschine vermutlich mit einer Beobachterdrohne. Die Bedienung erfordert umfangreiche Schulung und technische Kenntnisse.

06/08/2026 

Verhinderter Drohnenanschlag in Leipzig – wir sagen euch, was wir hier am Bild sehen und welche Schlüsse man ziehen kann: Das da ist eine FPV Drohne, die liegt am Kopf, der Akku links daneben, wäre hier also auf der Bodenseite montiert, die Sprengladung oben (in der Luft fliegend wäre es anders herum). Vorne die Optik, über die der Pilot fliegt. Und was wir dahinter sehen, ist die Halterung für die Sprengladung.

Was uns fehlt, ist natürlich die Relation, das Ding liegt da rum, aber wir wissen ein paar Parameter: die Sprengladung war 800 gr Semtex (unten an der Drohne), der Akku schaut sehr fett aus, der kann zwischen zwischen 600 Gramm und über einem Kilo wiegen. Die FPV Drohne muss also kräftig gewesen sein: die Rotorblätter könnten 10 Zoll oder etwas drunter (8 oder 9 Zoll) sein.

Das wäre ein vergleichbares Gerüst dazu: FPV in Carbon, vorne Kamera, 10 Zoll Propeller. Das Ding hat kein Problem damit, mit fast 2 Kilogramm Last/Akku zu fliegen. Hochgehoben von einem Mann (er hat nix mit Leipzig zu tun), schaut das extrem beeindruckend aus.

Die Sprengladung bestand aus 800 gr Semtex, das ist viel. Der Jumbo von Lockerby wurde mit 350 gr gesprengt. Semtex kommt aus einer Fabrik in Tschechien, wird zivil und militärisch genutzt. Seit 1991 müssen alle Plastiksprengstoffe dotiert sein, chemisch gekennzeichnet, so dass man hier vielleicht weiß, aus welcher Charge das Zeugs ist und wohin es ging … (Wenn der Sprengstoff älter ist, wird das nicht funktionieren.)

Die FPV Drohne kann auf zwei Arten wirken: mit Aufschlagzünder würde sie das Ziel anfliegen und bei Kontakt explodieren. Oder mit Abwurfvorrichtung. Dann gehen Aufschlagzünder oder Fernzünder. Dass die FPV in Leipzig sich in niedriger Höhe „anschleicht“ und vom Busfahrer „erschlagen“ wird, spricht für zweiteres. Dass sie dabei nicht explodiert ist, spricht auch für zweiteres. 

Da war noch was: Um 0.03 startet eine DHL Maschine durch und kollidiert in der Luft mit irgendetwas, vermutlich einer zweiten Drohne. Das könnte eine Beobachterdrohne gewesen sein, damit das angreifende Team sieht, was am Flughafen passiert. Es könnte auch eine Repeater-Drohne sein, sie vergrößert die Funkreichweite, so dass die Operator (Terroristen) sich nach der Tat sicherer absetzen könne, weil mehr Abstand zum Objekt des Anschlages. Oder sie wollten ihren eigenen Anschlag filmen, damit es gutes Material für die Propaganda danach gibt. 

Falls es keinen Funk-Repeater gibt, muss der Operator 1000 bis 4000 m entfernt gewesen sein. Er ist auffällig, weil mit Brille am Kopf und Controller in der Hand – Bild zeigt einen militärischen Operator in der Ukraine. Also wird er vermutlich einen Nahsicherer dabei haben, der die Umgebung checkt oder auch die Beobachtungs-/Repeaterdrohne fliegt, wenn es sie gegeben hat. Also mindestens zwei Leute, vielleicht auch mehr (Drohnenoperator, Beobachteroperatore, Nahsicherer, Fahrer). 

Also falls ihr das Wort „Wegwerfagenten“ hört, glaubt ihnen nicht. Um die FPV gut zu fliegen, braucht der Pilot 3 bis 4 Monate Ausbildung. Dazu gehört auch das technische Handling der Drohne. Und auch zum Umgang mit dem Sprengstoff braucht es spezielle Skills. 

Falls auch das Thema FPV interessiert: von Martin Rosenkranz ist das Standardwerk zum Thema „FPV – Drohnen als Waffen“, er hat die Entwicklung verfolgt und beschreibt technisch und taktisch, was FPVs als Waffensystem bewirken. Und was natürlich in aller Munde ist, ist das Thema „Drohnenabwehr“ – es ist im Westen eine klaffende Wunde. Kristóf Nagy hat dazu das Standardwerk geschrieben, das beschreibt, was man gegen Drohnen machen kann. Beide Bücher gibt es im SPARTANAT Shop oder auf Amazon

 

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