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Armin kommt nach einem anstrengenden Tag nach Hause und findet nichts zu essen. Seine Frau arbeitet wieder an Drohnen für die Ukraine … Da ist er sauer. Aber trotz seiner Bedenken erkennt er den innovativen Beitrag von Hausfrauen zur Verteidigung der Freiheit. Die Doku über ukrainische Drohnenpiloten inspiriert ihn und lässt ihn stolz auf ihre Leistungen sein.
Armin kommt abends nach Hause und wieder gibt es nichts zu essen. Das ist nicht das erste Mal so, und weil er einen anstrengenden Tag mit seinen dicken Dingern hatte, wird er unleidlich. „Spielst du wieder Lego“, triezt er die Dame des heimischen Herdes. Du bist ja schon wie die ukrainischen Hausfrauen mit deinem 3D-Drucker …“
„Ach sei leise“, sagt die Frau des Hauses und gibt ihm einen Kuss. „Du weißt doch, die Jungs warten auf das Zeugs. Jede Drohne rettet ihr Leben und ich kann so mithelfen, dass sie siegreich sind und die Freiheit verteidigen. Es geht nicht immer nur um deine Panzer und Granaten …“ Sie zwinkert ihn schelmisch an und fügt hinzu: „Ich muss noch ein paar Stacks einlöten und warten bis der 3D-Drucker fertig ist. Du kannst dir ja inzwischen was beim Italiener bestellen.“
Armin grummelt etwas, greift zum Handy und verlagert die Essensbestellung auf außerhalb. Er weiß, seine bessere Hälfte hat ja Recht und macht einen großartigen Job. Er hat zwar eine Firma, die die dicken Sachen baut und an die Jungs verkauft, die sie ebenfalls brauchen wie Brot, weil nach diesen Friedensjahren einfach zu wenig da ist. Aber das, was seine Frau da macht, das ist halt wirklich innovativ und da kann er kaum mithalten. Selbst nach einem jahrelangen Konflikt, scheinen viele nicht verstanden zu haben, was dieses fliegende Spielzeug anrichtet. Armin weiß, dass das mit „Lego“ etwas ungerecht war … „Wobei, bist du schon mal bloßfüßig auf einen Legostein gestiegen“, denkt er sich und muss beim Gedanken an das famose Meme mit dem Hai, der angeblich auf ein Lego getreten ist und sein Maul weit zu einen stummen Schrei in den Himmel aufreißt, lachen.
Armin nimmt sich ein Bier und dreht die Kiste auf und landet in der ARTE-Doku, die ukrainische Drohnenpiloten im Fronteinsatz zeigt. „Das sind schon Teufelskerle“, denkt er sich. Und ich weiß, ohne den Einsatz von Hausfrauen wie meiner und vieler anderer, die mithelfen, wäre das nicht möglich. 44.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die an 181 Standorten in über 30 Ländern arbeiten, sind täglich ein guter Grund, dass er auf seine Arbeit sehr stolz ist. Aber das hinter der Drohnenwaffe ringt ihm immer aufs Neue Respekt ab, denn es ist ganz anders, von unten entstanden: die ersten Bilder aus der Ukraine von Kämpfen nördlich von Kiew 2022 hatten kleine DJIs als Taktische Drohnen zur Nahaufklärung gezeigt, große türkische und iranische Kamikazedrohnen waren von Anfang an da, aber dann kam die große Revolution am Boden: FPV Drohnen. „First Person View“ heißt das Spielzeug, weil diese Renndrohnen ein Pilot mit Brille fliegt, so als ob er vorne drinnen in der Kanzel sitzt. Und neben Drohnen, die die Bomben abwerfen, ist vor allem das System FPV zu einem lebendigen Symbol des Ukraine Krieges geworden. Die fliegende Sprengladung kommt in die Luken von Panzer, in Bunker in Stellungen, verfolgt individuelle Opfer und greift Gerät an, das Millionen kostet und sprengt es mit einem Wert von 300 bis 600 Dollar in die Luft.
Jedes Mal, wenn er daran denkt, wird Armin ganz anders. „Diese Hausfrauen“, denkt er. Die stehen nämlich hinter dem Erfolg dieses fliegenden Waffensystems, das weiß er. In der Ukraine gibt es rund 500 Firmen, die mit dem Bau von Drohnen zu tun haben. Es gibt aber auch die ganzen Crowdfunding-Initiativen, die das Ganze am Laufen halten und schauen, dass Drohnen an die Front kommen, kann doch ein guter Operator über 30 Stück pro Tag zerfliegen. 2025 hat die Ukraine 4,5 Millionen Drohnen beschafft, davon 95 Prozent im Inland. „Das sind ganz schön viel Hausfrauen, die die in Arbeit halten“, denkt sich Armin. Denn das ist die Logistik der Drohnen: dezentralisiert in vielen Haushalten und Werkstätten wird geschraubt, gelötet und gefertigt mit 3D-Druck-Batterien und einer Amazon-ähnlichen Vertriebslogistik, wo die Einheiten an der Front bestellen können, was sie brauchen. Und wo auch in engen Kurven binnen Wochen modifiziert und verbessert wird und dieser schnelle Wissenkreislauf ist gewünscht und unterstützt.
„Bei uns geht das nicht“, seufzt Armin, nimmt einen kräftigen Schluck Bier und denkt an das Essen, das hoffentlich bald geliefert wird. Er weiß, da sind zu viele Sesselfurzer, Bedenkenträger und strukturelle Bremser am Werk, schon mit dem großen Zeugs hat man da so endlos viele Probleme, dabei kennen die das. Wie soll man da dezentral mit Hausfrauen Drohnen bauen oder sie in Einheiten geben, die mit den Dingern dann hantieren und Sprengstoff dran machen damit rumfliegen. Das ist nicht mal in der Heide von Unterlüß vorstellbar und auch nicht in der Wildnis von Allentsteig. „Dabei brauchen unsere Jungs das Zeugs, man sieht wie effizient das ist.“
Es klingelt. Armin steht auf, geht durch die Küche, die Frau des Hauses lässt sich nicht ablenken und entgratet grad noch 3D-Teile. „Jede einzelne Frau und jeder einzelne Mann leistet einen unschätzbaren Beitrag“, denkt sich Armin und gibt ihr einen anerkennenden Kuss auf die Stirn. Es sei der Ukraine besonders hoch anzurechnen, dass sie trotz begrenzter Ressourcen so effektiv kämpft. „Die Innovationskraft und der Kampfgeist des ukrainischen Volkes sind eine echte Inspiration", denkt er noch und öffnet die Tür. Wie viele Drohnen sie heute wohl fertig macht? Die Pizza ist da.
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