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HENSOLDT erhält mehrere Großaufträge von KNDS zur Ausstattung von Kampf- und Schützenpanzern mit digitaler Optronik. Im Fokus steht die Ausstattung des Schakals und des Leopard 2 A8. Die Systeme ermöglichen eine verbesserte Interoperabilität und digitale Sichtfähigkeit im Gefecht und unterstützen die Digitalisierung moderner Streitkräfte.
HENSOLDT hat von KNDS mehrere Großaufträge zur Ausstattung von Kampf- und Schützenpanzern mit digitaler Optronik erhalten. Mit einem Gesamtvolumen von mehr als 400 Millionen Euro zählen die Aufträge für den Radschützenpanzer BOXER RCT 30, genannt „Schakal“ und den Kampfpanzer LEOPARD 2 A8 zu den bedeutendsten für digitale Sichtsysteme im Landbereich. Sie markieren einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur Software-Defined Defence.
Im Mittelpunkt steht ein Auftrag zur Ausstattung des Schakals. Der Vertrag umfasst ein Volumen von rund 290 Millionen Euro. HENSOLDT liefert hierfür insgesamt 288 vollständige Sätze digitaler Optronik für das Fahrzeug, das auf der GTK-BOXER-Plattform mit dem Turmsystem des Schützenpanzers PUMA basiert. Jeder Satz beinhaltet das digitale Kommandantensichtgerät PERI RTWL HD, das digitale Richtschützensichtgerät WAO HD, das Multifunctional Self-Protection System (MUSS) sowie die zugehörigen Monitore zur Darstellung der Videostreams.
Parallel zu dem Schakal-Programm wurde HENSOLDT Ende 2025 von KNDS mit einem weiteren Auftrag zur Ausstattung des Kampfpanzer Leopard 2 A8 beauftragt. Dieser umfasst die Lieferung von 178 Sätzen bestehend aus dem PERI RTWL HD, dem Zusatzvisier für Richtschützen FERO Z18, dem Sensorkopf Spectus II sowie dem Wärmebildgerät ATTICA GL und dem Entfernungsmess- und Einschießsystem EMES OPO. Der Auftrag hat ein Volumen von mehr als 110 Millionen Euro. Insgesamt wird HENSOLDT damit 301 Sätze digitaler Sichtsysteme für die deutsche LEOPARD-2-Flotte bereitstellen.
Ein wesentliches Merkmal beider Programme ist die konsequente Umstellung auf digitale Optronik. Die eingesetzten Sichtsysteme sind als smarte, softwarefähige Sensoren ausgelegt und ermöglichen die Anbindung an die Software-Defined-Defence-Fähigkeiten von HENSOLDT. Um Interoperabilität, Versorgbarkeit und Verfügbarkeit im Einsatz zu maximieren, sind die Komponenten des Schützenpanzers PUMA und des Schakals untereinander austauschbar.
„Die parallelen Aufträge für Schakal und LEOPARD 2 A8 zeigen, dass digitale Optronik heute ein zentraler Enabler für Software-Defined Defence ist. Mit unseren plattformübergreifend einsetzbaren, softwarefähigen Sichtsystemen schaffen wir die Grundlage für vernetzte, zukunftsfähige Gefechtsfahrzeuge und stärken nachhaltig die Einsatzbereitschaft moderner Streitkräfte“, sagte Christina Canitz, Head of Optronics Division bei HENSOLDT.
Zentrales Element der Ausstattung ist das digitale Kommandantensichtgerät PERI RTWL HD. Das stabilisierte, digitale Periskop ermöglicht eine präzise Rundumaufklärung und Zielerfassung auch während der Fahrt sowie unter widrigen Einsatzbedingungen wie Staub, Nebel und Dunkelheit. Aufbauend auf den Erfahrungen aus der Einführung digitaler Sichtsysteme für den Kampfpanzer LEOPARD 2 überträgt HENSOLDT diese bewährten Fähigkeiten konsequent auf weitere Plattformen. Das System ist plattformübergreifend ausgelegt und unterstützt damit den flexiblen Einsatz auf unterschiedlichen Gefechtsfahrzeugen.
Ergänzt wird das PERI RTWL HD durch das digitale Richtschützensichtgerät WAO HD, das als Nachfolger eines bislang analogen Systems entwickelt wurde und auf derselben digitalen Architektur wie das PERI basiert. Die WAO HD bietet eine hochauflösende Videoausgabe, eine erweiterte Sichtreichweite zur Optimierung der Kampfentfernung sowie eine verbesserte Stabilisierung. Moderne digitale Schnittstellen ermöglichen eine effiziente Integration in das jeweilige Turmsystem, während eine zentralisierte Anwenderschnittstelle Wartung und Service vereinfacht. Mit der WAO HD vollzieht HENSOLDT den technologischen Schritt von analogen zu vollständig digitalen Sichtsystemen auch für den Richtschützen.
Die digitalen Sichtsysteme bilden die Grundlage für weiterführende Funktionen wie Bilddatenfusion, Videotracking und die Vernetzung mit Führungs- und Wirksystemen. Sie leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Digitalisierung des Gefechtsfeldes im Sinne einer Steigerung der Kampfkraft und Überlebensfähigkeit von Fahrzeug und Besatzung und unterstützen den Wandel hin zu softwaregestützten, interoperablen und vernetzten Gefechtsfahrzeugen.
Die Auslieferung der Sensor-Pakete wird ab 2027 beginnen. Prototypen digitaler Sichtsysteme für den PUMA-Turm wurden bereits ausgeliefert, der Beginn der Serienauslieferung für den Schakal ist für das vierte Quartal 2027 vorgesehen.
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