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Matthias Uhls Buch „Wie stark ist Russland wirklich? Die Wahrheit über Putins Militärmacht“ bietet einen tiefen Einblick in die russische Militärgeschichte und die aktuellen Konflikte. Uhl analysiert die Entwicklungen seit 2022, die Rolle des Militärisch-Industriellen Komplexes und gibt wertvolle Perspektiven zur Leistungsfähigkeit der russischen Armee. Empfehlenswert!
Ehrlich gesagt: ein Buch mit dem Untertitel „Die Wahrheit über …“ hätten wir uns nicht gekauft. Das ist zu kindisch formuliert. Gott sei Dank ist uns das Buch trotzdem angesprungen und nach dem Inhaltsverzeichnis und den ersten Seiiten war klar: das müssen wir lesen. Titel und Klappentext zuwider.
Matthias Uhl kennt sich aus. Und er kann kompakt schreiben. Das Thema ist aktuell, denn Russland führt nebenan Krieg. Und diese Variante von Zweiter Weltrieg plus Drohnen hat den müden Westen in seiner lieblichen Schläfrigkeit überrascht. Wir waren grad dabei das Ende der Geschichte zu feiern und das Militär als Randgruppe zu versenken. Braucht man nicht, Peace. Im Moment geht die Angst vor Russland um, die immer noch ein bisschen von den Großeltern kommt, aber vor allem eine Angst vor der eigenen Schwäche ist, die abgründig ist. Dazu kommen die Osteuropäer, die alle noch auch der Blockzeit illusionslos wissen, was sie von „den Russen“ zu halten haben …
Aber wie stark ist der Russe wirklich? Die Frage ist sehr plakativ gestellt, aber Uhl liefert, und das anders als das Cover vermuten lässt. Das Buch ist kein reißerischer Enthüllungsschinken zur Selbstbespiegelung von Bundesbürgern, sondern wirkt mehr wie eine Aufsatzsammlung, die in einen Deckel gefunden hat. Und das Schöne: jeder dieser Texte ist spannend und extrem erkenntnisreich. Uhl fängt ganz wo anders an: wie spielen Russland und Ukraine in ihrer imperialen und Nationalgeschichte zusammen, ein wichtiger Aspekt, um zu verstehen, was im aktuellen Krieg steckt, der seine Wurzel nicht nur in 1989 und den Folgejahren hat. Uhl hat auch eine sehr kompakte Beschreibung der bisherigen Phasen des Krieges seit 2022, dazu eine Analye der Kriegsverluste und einen pragmatischen Blick in das Innenleben der russischen Armee, wie sie den Krieg erlebt und wie sie mit ihren Soldaten, Gefallenen und Versehrten umgeht. Da gruselt es den Bürger in Uniform etwas …
Und dann gibt es Strukturgeschichten, die Einblicke in die russische bzw. sowjetische Rüstung geben. Uhl beschreibt die Funktion des Militärisch-Industriellen Komplexes, der so aufgeblasen wurde, das man aus der Klassengesellschaft eigentlich ein proletarisches Sparta gemacht hat. Er erklärt den sowjetischen Riesenapparat, die Krise nach dem Kommunismus, wie Putin das Ganze wieder auf Linie brachte und wie auch die russische Armee in der Neuordnung versucht hat, sich wieder funktional zu finden. Dabei geht es um ihre Leistungsfähigkeit, aber auch um so spannende Aspekte wie Spionage im Westen um technologisch aufzuholen.
Uhls Buch gibt euch gutes Wissen, das hilft den Konflikt besser zu verstehen und wohin Russland gehen kann und wird. Absolute SPARTANAT Leseempfehlung. Dieses kluge Buch solltet ihr euch gönnen.
PS: Vom Autor gibt es auch eine Geschichte des russischen Militärgeheimdienstes GRU. Nachdem Erfolg dieses Buches hier bei uns besorgen wir uns den roten Ziegel und werden uns ihn in der ruhigen Weihnachtszeit zu Gemüte führen.
„Wie stark ist Russland wirklich? Die Wahrheit über Putins Militärmacht“ von Matthias Uhl, Herder Verlag, Freiburg/Br. 2026, 368 Seiten, Euro 22 – HIER bei Amazon oder im wohlsortierten Buchhandel.
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