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Ein gescheiterter Drohnenangriff auf einen Flughafen in Deutschland offenbart Versäumnisse in der Drohnenabwehr. Zwei Verdächtige, ein Russe und ein Weißrusse, stehen in Verbindung mit dem Militärgeheimdienst GRU. Der Sprengstoff wurde über den Balkan geschmuggelt, während die Drohne mit zivilen Mobilfunknetzen gesteuert wurde.
Leipzig ist ja noch immer eine offene Wunde in der Geschichte der deutschen Drohnenabwehr, die es nur rudimentär gibt: Nun wurden weitere Details zum gescheiterten Drohnenangriff auf den Flughafen und die ukrainischen Antowows bekannt. Spannenderweise sind darunter auch die Namen der beiden Verdächtigen und eine genauere Beschreibung der verwendeten Drohne. Mit dabei waren:
Oleg L. ist über die Türkei und den Flughafen Berlin-Brandenburg nach Deutschland eingereist; den Behörden waren seine Verbindungen zur GRU bereits bekannt, sie stellten ihn jedoch nicht unter Observation. Nach der Operation verließ er denselben Flughafen in Richtung Serbien und befindet sich nun wieder in Russland. Sein Komplize Andrei K. reiste um den 28. Juli herum dagegen über Lettland in den Schengen-Raum ein.
Der Sprengstoff für die Drohnen in Militärqualität – insgesamt etwa 1,8 kg Semtex, versteckt in Blechdosen – wurde Berichten zufolge in Hohlräumen von Lastwagen verborgen über Bulgarien und Serbien nach Deutschland geschmuggelt.
Das bekannte Ziel war ein ukrainisches Antonow-Frachtflugzeug, das mit rund 25.000 Litern Kerosin betank war. Eine der Drohne schlug neben auf der Landebahn auf und blieb dort stundenlang liegen, bis sie entdeckt wurde; der Zünder hatte beim Aufschlagen auf der Tragfläche versagte.
Deutsche Behörden machten Russland dafür verantwortlich und verweisen dabei auf die Konfiguration der Drohne, den Sprengstoff sowie Geheimdienstinformationen, die auf ein bekanntes Muster russischer Hybridoperationen unter Einsatz von Agenten auf niedriger Ebene hindeuten. Nach Angaben des Bundeskriminalamts handelt es sich bei der FPV-Drohne um einen modifizierten 10-Zoll-Renn-Quadcopter, der aus handelsüblichen Teilen sowie speziell gefrästen und 3D-gedruckten Komponenten zusammengesetzt war. Sie wurde nicht über eine herkömmliche Funkfernsteuerung gesteuert.
Stattdessen nutzte sie das normale Mobilfunknetz: ein 4G-Modul, das mit einem kommerziellen Hotspot verbunden war, sowie zwei SIM-Karten. Ein Operator konnte sie in Echtzeit von jedem Ort mit guter Internetverbindung aus mithilfe eines Laptops, eines Joysticks und einer Live-Kameraübertragung steuern. Dieser Ansatz lässt sich nur schwer stören, ohne den zivilen Mobilfunkdienst zu beeinträchtigen.
Das Muster – Semtex in Konservendosen, Lastkraftwagen, unterirdische Verstecke, ein mit der GRU in Verbindung stehender Organisator, der Deutschland in Richtung Serbien verlässt – passt zu einem bekannten hybriden Logistikmodell: Die staatlichen Spuren bleiben in Moskau, das Material wird durch den an die EU angrenzenden Balkan transportiert, und innerhalb des Schengen-Raums kommen Wegwerf-Agenten zum Einsatz. Dass der Flughafen Leipzig so ungeschützt war – de facto ohne Drohnenabwehr – ist dabei vielleicht noch das kleinere Versäumnis, wie der GRU Mitarbeiter über den Balkan nach Deutschland entsenden kann, ohne dass eine Observation stattfindet.
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