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Konflikte
Das Russen-Komplott:

Die Jagd auf Stefan Thumann

Stefan Thumann, Gründer des Rüstungsunternehmens DONAUSTAHL, steht unter massivem Schutz aufgrund potenzieller Bedrohungen durch den russischen Militärgeheimdienst. Sicherheitsbehörden beobachten eine Zunahme von Spionage- und Einschüchterungsversuchen gegen Rüstungsunternehmen, insbesondere im Kontext des Ukraine-Konflikts.

20/08/2026  Von Redaktion

Tun sie es? Gehen Sie auf eine härtere Gangart über? Setzen die Russen aktive Gewaltmaßnahmen in Deutschland, weil sie meinen, dass die aktive deutsche Unterstützung der Ukraine sie direkt betrifft und weil sie im „Hinterland der Ukraine“ angreifen müssen, um die Abläufe zu stören und den Deutschen zu sagen: So nicht. Da ist die Drohne von Leipzig, die ein vollwertiges, mit Sprengstoff beladenes Modell war, das einen Antonow-Nachschubflieger für die Ukraine zerstören und so dramatische Bilder liefern sollte. Da ist jetzt der Stefan Thumann, Gründer des bayerischen Rüstungsunternehmens DONAUSTAHL, er nach Angaben deutscher Sicherheitsbehörden unter besonderem Schutz. Hintergrund sind Hinweise auf einen möglichen Anschlagsplan des russischen Militärgeheimdienstes. Thumanns Unternehmen produziert unter anderem Drohnen und Drohnenteile, die an die Ukraine geliefert werden.

In einem Interview mit RTL schilderte Thumann die Auswirkungen der Sicherheitslage auf seinen Alltag. „Ich liefere mir mit dem russischen Militärgeheimdienst ein Duell um mein Leben“, sagt er. Er habe sein Testament gemacht, eine Organspendeerklärung, eine Patientenverfügung. „Dinge, die man eigentlich in meinem Alter noch nicht so auf dem Schirm hat“, so der 39-Jährige.Nach eigenen Angaben wechseln seine Aufenthaltsorte regelmäßig, zudem werde er rund um die Uhr geschützt. Ein normales Privatleben sei unter diesen Umständen kaum noch möglich.

Aktuelle Schlagzeile der BILD. 

Die deutschen Behörden waren den Angaben zufolge vor rund acht Monaten von einem ausländischen Nachrichtendienst über eine mögliche Gefährdung informiert worden und hatten Thumann daraufhin gewarnt. Stefan versucht nach eigenen Angaben, sich durch intensive Arbeit möglichst wenig mit der persönlichen Bedrohung auseinanderzusetzen.

Im März nahmen Ermittler im Auftrag des Generalbundesanwalts zwei Personen fest, die im Verdacht stehen, für einen russischen Nachrichtendienst tätig gewesen zu sein. Bei ihnen handelt es sich um einen ukrainischen Staatsbürger und eine rumänische Frau. Zwischen Dezember 2025 und März 2026 sollen sie Thumann beobachtet, Aufnahmen von seinem Wohnhaus und dem Firmensitz angefertigt und Informationen über ihn im Internet zusammengetragen haben. Der Krieg in der Ukraine sei nun auch sein "ganz persönlicher Krieg". Er habe kurz vor Weihnachten 2025 von deutschen Sicherheitsbehörden Hinweise auf eine russische Geheimdienstoperation gegen ihn bekommen. „Das war ein Schock.“ Seither lebe er de facto im Untergrund. Der Generalbundesanwalt ließ im März zwei sogenannte Wegwerfagenten festnehmen. Sie hätten Thumann ausgespäht, mutmaßlich zur „Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Operationen gegen die Zielperson“. 

Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass die Aktivitäten Teil der Vorbereitung einer nachrichtendienstlichen Operation gewesen sein könnten. Der Bundesverfassungsschutz sieht Anhaltspunkte für einen möglichen Anschlag. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Bastian Ernst sagte gegenüber RTL, nach den vorliegenden Erkenntnissen könnte dabei auch der Einsatz des Nervengifts Nowitschok vorgesehen gewesen sein.

Zielgruppe Rüstungsunternehmen

Stefan Thumann ist nicht allein: Der Fall wird von den Behörden in einen größeren Zusammenhang mit russischen Aktivitäten in Deutschland gestellt. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine beobachten deutsche und ausländische Nachrichtendienste nach eigenen Angaben eine Zunahme von Spionage- und Einschüchterungsversuchen.

Bereits 2024 war ein mutmaßlicher Anschlagsplan gegen den Vorstandsvorsitzenden des Rüstungskonzerns Rheinmetall, Armin Papperger, öffentlich geworden. Jürgen Kayser, Präsident des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes, sieht Parallelen zu den Methoden der Geheimdienste während des Kalten Krieges.

Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden greift Russland dabei unter anderem auf sogenannte Wegwerfagenten zurück. Dabei handelt es sich häufig um Personen ohne nachrichtendienstliche Erfahrung, die für einzelne, vergleichsweise einfache Aufgaben angeworben werden. Dazu können etwa Beobachtungen, das Fotografieren bestimmter Orte oder Drohnenflüge über militärisch relevanten Einrichtungen und Verkehrswegen gehören.

Klein und gefährlich: FPV Drohne Maus im Bau. 

DONAUSTAHL mit Sitz in Niederbayern zählt zu den Unternehmen, die Drohnen für die ukrainischen Streitkräfte liefern. Nach Angaben aus dem Unternehmen wurden 2024 mehr als 25.000 Drohnen sowie rund 300.000 sogenannte Combat Stacks – Elektronik aus Flugsteuerung, Gefechtskopf und Motor – an die Ukraine verkauft, Westprodukte, die damit die ukrainische Drohnenwaffe von Stacks aus China unabhängig machen. Offensichtlicherweise etwas, das „die Russen“ – es gilt die gern zitierte Unschuldsvermutung – massiv stört. Was es aber deutlich macht: der westliche Nachschub ins das Kriegsgebiet wird selbst zum Ziel. Was wir hier sehen, sind erste Schritte einer Eskalation. 

Die gesamte RTL Dokumentation „Putins Wegwerfagenten - Die billigen Vollstrecker“ für das Format „stern Investigativ“ ist auf RTL+ abrufbar.

DONAUSTAHL online

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