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TCCC & Erste Hilfe
Rettungshubschrauber:

Die Präzision der fliegenden Lebensretter

In zeitkritischen Notfällen bringt der Einsatz von Rettungshubschraubern mit Winde entscheidende Vorteile. Die Crew von Christoph 100 trainiert jährlich in anspruchsvoller Umgebung das Absetzen und Aufnehmen von Rettungsteams. Das verpflichtende Windentraining gewährleistet hohe Handlungssicherheit und fördert die Zusammenarbeit zwischen Medizinern der Bundeswehr und Feuerwehr.

24/10/2025  Von Redaktion

Wenn jede Sekunde zählt, ist der Einsatz eines Rettungshubschraubers mit Winde in zeitkritischen Notfällen ein entscheidender Vorteil. Ein spezialisiertes Training der Crew zeigt, wie sie im Flugbetrieb Menschen mit der Seilwinde aus urbanem Gelände retten, wenn eine Landung am Einsatzort unmöglich ist.

Die Crew des Rettungshubschraubers (RTH) Christoph 100 trainiert – anteilig besetzt durch die Deutsche Rettungsflugwacht (DRF), die Berliner Feuerwehr und das Bundeswehrkrankenhaus (BwKrhs) Berlin – einmal jährlich das so genannte Windentraining im Flugbetrieb.

„Für die gesamte Crew extrem anspruchsvoll“

Fingerspitzengefühl und ein gutes Auge waren auf dem Truppenübungsplatz Lehnin gefragt. Denn hier trainierte die Besatzung des Hubschraubers das gezielte Absetzen und Aufnehmen der Rettungsteams im städtischen Gelände auf kleinstem Areal. Der Pilot setzt beispielsweise an einer schrägen Ebene mit nur einer Kufe auf und das Rettungs-Duo wird abgesetzt.

„Das ist für den Winden-Operator, der gleichzeitig auch Pilot ist, fliegerisch extrem anspruchsvoll – aber auch für die aussteigenden Retter, denn der Rotor kommt ihnen hierbei sehr nahe“, erläutert Oberstarzt Lutz Siegl. Der erfahrene Notarzt ist Teil der Hubschrauber-Crew sowie Leiter des Zentrums für Notfall- und Rettungsmedizin am BwKrhs Berlin.

Einsatzrealistisches Teamtraining

Nach einer Sicherheitseinweisung am Hubschrauber und an den Winden am Boden wiederholen die Teilnehmenden Handzeichen und Kommandos, das Verhalten bei offener Kabinentür und besprechen den Übungsverlauf. Nach der Teameinteilung erfolgt das einsatzrealistische Training an drei Stationen im Gelände mit mehreren Windengängen pro Team.

Abseilen aus 50 Metern Höhe

Um die erforderliche Handlungssicherheit im Umgang mit der Seilwinde zu gewährleisten, ist dieses Training für jedes Crewmitglied einmal jährlich verpflichtend. An zwei Tagen üben Ärzte und Notfallsanitäter des BwKrhs durchwechselnde Szenarien – mal mit „Bergesack“, mal mit dem Rettungstuch.

„Der Pilot sieht uns nur als kleinen Punkt an einem 50 Meter langen Seil hin und her pendeln. Bei Wind ist das besonders gefährlich, denn der Hubschrauber verschiebt sich, somit auch das Seil, und er muss uns trotzdem absetzen“, beschreibt Siegl die Ausbildung der Besatzungsmitglieder des DRF-Hubschraubers RTH 2706 Christoph 100.

Durchmischte Teams

Mit dem regelmäßigen Windentraining auf dem DRF-Hubschrauber, der am Helios-Klinikum in Berlin-Buch stationiert ist, wird eine hochqualitative Aus-, Fort- und Weiterbildung aller fliegenden Einsatzkräfte gewährleistet. Als einer von drei Hubschraubern in Berlin wird der Christoph 100 vorrangig zu medizinischen Notfällen alarmiert. Die fliegende Crew wird im Einsatz durch medizinisches Personal von Bundeswehr und Feuerwehr durchmischt besetzt - die Piloten stellt die DRF. Aus diesem Grund ist es zwingend erforderlich, für Rettungseinsätze unter realistischen Bedingungen zu üben.

„Es gehört zu unserem Alltag, dass unsere Notfallsanitäter mit Ärzten der Feuerwehr fliegen und wiederum wir Bundeswehr-Ärzte mit Notfallsanitätern der Feuerwehr“, berichtet der 48-jährige Notarzt und fügt hinzu, dass der Teamgedanke in einem Luftrettungsteam nochmal ein anderer und das Miteinander besonders sei.

Das nächste gemeinsame Training der fliegenden Lebensretter soll im Frühjahr kommenden Jahres stattfinden. Mit ihrem motivierten Einsatz und ihrem mutigen Engagement leisten die Kameradinnen und Kameraden der Rettung - ob am Boden oder in der Luft - Großartiges für die Bewohner Berlins und dessen Umland.

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