Unter dem Titel „Die Waffe im Haus“ ist eine Art zweiteilige Enzyklopädie auf den Markt gekommen, die sich mit Waffen und ihrer Anwendung beschäftigt. Das ganze vor allem mit Augenmerk auf das österreichische Recht.

Im ersten Band geht es um die Grundlagen. Angefangen von einer Übersicht und Begriffsbestimmung über Waffen und deren Bestandteile. Eine sehr kompakte Übersicht. So stellt der Autor die inhaltliche Absicht selbst fest:

Strategischer Teil: Warum ist unsere Lage, wie sie ist? Theorie der Freiheit und Unterwerfung sowie die Absichten der Waffengegner.

Juristischer Teil: Das österreichische Waffen- und Strafrecht in klarem Deutsch: Waffenbesitzkarte, Notwehr, Nothilfe, Anhalterecht.

Technischer Teil: Welche Waffen, Munition und Zielmittel gibt es, wie funktionieren sie und wofür bzw. wogegen werden sie verwendet?

Praktischer Teil: Bedienung, Pflege und Handhabung der wichtigsten behördlichen Waffen wie Glock, Steyr AUG, AR-10/15 und Benelli M4.

Taktischer Teil: Einsatz der Waffe, Psychologie des Räubers, unbewaffneter und bewaffneter Kampf und Nahkampf, finaler Rettungsschuss.

Mathemat. Teil: MIL/MOA-Angaben in Zieleinrichtungen, Arbeiten mit Absehen, Umrechnung amerikanischer und europäischer Einheiten.

Im Kapitel 3, der sich „Strategischer Teil“ nennt, geht es um die Geschichte des Waffenbesitzes seit Menschengedenken und die Entwicklungen bis hin zu aktuellen Ereignissen. Dieser Abschnitt ist teilweise sehr emotional und Godwin’s Law wird auch sehr schnell erfüllt, was wirklich schade ist.

Kapitel 4 beschäftigt sich mit der rechtlichen Lage in Österreich, die in diesem Buch wirklich sehr gut und sehr detailiert aufgelistet wird. Die Gestzestexte werden auch durch Anmerkungen zur Bedeutung verdeutlicht. Wer das gelesen hat, kennt sich wirklich aus. Die Kurse zum Waffenführerschein wirken daneben blaß.

Im Kapitel 5 geht es um die Technik von Schußwaffen. Egal ob Pistole oder Gewehr alles wird zumindest kurz vorgestellt. Auch Muntion, Zieloptiken und diverse Anbauteile. Ein sehr umfangreicher und extrem lehrreicher Teil im Nachschlagewerk.

Im zweiten Band geht es vor allem um die Verwendung von Pistole und Gewehr in der Selbstverteidigung bzw. bei der Verteidigung des Hauses. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf Österreich, wie man am Kapitel über die präferierten Waffen des Autors sieht. Da steht die Pistole aus dem Hause Glock und das Steyr AUG im Mittelpunkt. Der Umfang der Erläuterungen sind mit denen einer Dienstvorschrift durchaus vergleichbar. Lehrreich und spannend.

Die Gefechtstechniken im Buch sind immer solala, weil diese auf Erfahrungen und Ausprobieren beruhen. Aber dennoch sind reflektierte Erfahrungen wesentliche Abkürzungen beim Lernen, auch hier teilweise guter Stoff im Buch.

Wie immer ist es eine schöne Mischung aus Text und Illustration, die das Buch besonders spannend macht. Leider wird im letzten Teil des Buches ebenfalls auf sehr aktuelle Themen eingegangen und leider auch wieder, wie im 3. Kapitel, sehr emotinal beschrieben (klassische Themen Migration, EU-Waffenverbote).

FAZIT: Als Kompendium zum Thema Waffe und Waffenwissen ist dieses Buch in zwei Bänden ein einmalig dichtes Werk. „Die Waffe im Haus“ ist ein sehr lesenswertes Buch zu Themen wie Technik, Rechtslage und taktischer Handhabung einer Waffe. Es hätte davon profitiert, wenn es weniger aktuell-„politisch“ daher kommt.

„Die Waffe im Haus“ kann über die Website guntastic.at bezogen werden. Beide Bände zusammen kosten 58 Euro. 

GUNTASTIC im Internet: www.guntastic.at