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Es gibt sehr verschiedene Arten des Schießens. Und während die meisten von uns, die sich vor allem an militärischer Ausbildung orientieren, nach Amerika schauen, ist die zweite Große Schule jene, die aus Israel kommt. Israeli Tactical ist in Österreich beheimatet, gehört zum weltweiten Israeli Tactical Netzwerk und lehrt diesen dynamischen Stil, der an sich im Personenschutzsegment sehr verbreitet ist. Anfang Dezember hatten wir von SPARTANAT die Gelegenheit einen Kurs der Israeli Tactical School zu besuchen, der nähe Salzburg in einer wetterfesten Anlage stattfand. Die Gruppe war gemischt, Frauen und Männer wollte sich von Anton Stöckl in die Grundlagen des Schießens einweisen lassen: TAC 1/2/3 heißen die Element, die hier koordiniert werden. HIER das Kursangebot von Israeli Tactical.  Basics fangen immer da an, wo an den Grundlagen gearbeitet wird. Abwechselnd zum Schießstand und überprüfen, wo die einzelnen Teilnehmer stehen, dann wird gemeinsam in der Gruppe weiter gearbeitet. Die Ziele sind klar und die Löcher sprechen eine klare Sprache. Teilnehmer lernen nicht nur durch das Schießen, sondern vor allem aus Fehlern. Da ist eine klar Analyse wichtig. Anton geht mit jedem Teilnehmer die Treffer (oder eben nicht) einzeln durch. Wenn das klar ist, geht es flott zu dynamischeren Elementen über. Etwa Trockenübungen (ohne Munition) zur schnellen Annäherung und Aufnehmen des Feuerkampfes, wenn plötzlich (Handsignal) ein Ziel auftaucht. Der gemeine Burpee ist immer wieder ein Mixelement dieser Ausbildung. Anton gibt „gnadenlos“ den Ton an, die Teilnehmer arbeiten an der Erschöpfung, die den Stress simulieren soll, wenn es Ernst wird. Atemlos, mit zitternden Händen, plötzlich ist nicht alles so einfach, selbst wenn das Gegenüber nur eine Tafel ist. Zum Erschöpfungsprogramm gehören auch Nahkampfelemente. Bevor es an die Waffe geht, kann Mann und Frau sich schlagend und tretend auspowern. Israeli Tactical ist ja auch nah am Krav Maga. Pausen sind besonders schön, wenn sie schöpferische Pausen sind. Der zweitägige Kurs von Israeli Tactical wurde unterbrochen vom Team von Ritter & Stark, das zu Besuch kam, um die SX-1 MTR zu präsentieren, ein neues, modulares Scharfschützengewehr, das bei Ferlach/Österreich produziert wird. HIER gibt es alle Infos zu dem prächtigen Gewehr. Über Gewehre kann man viel reden, nichts ist so überzeugend, wie wenn jeder es persönlich schießen kann. Das Team von Ritter & Stark machte es möglich. Die Kursteilnehmer kamen so auch noch in den Genuss eine Runde Sniper zu schießen. Zurück zur Pistole: mit zunehmender Fähigkeit stellen sich auch andere Herausforderungen. Ecken und Kanten gehören dazu. In einem speziellen Parcours konnten die Kursteilnehmer so etwas wie Raummanagement erlernen. Immer dabei als dynamischer Lehrer mit großer Präsenz: Anton Stöckl bei der Arbeit. Als Trainer begleitet er die Schüler, beobachtet, verbessert, gibt gute Tipps in durchaus fordernden Lagen. Und dazwischen immer wieder klassisches Arbeiten an der Pistole, vom Trainer begleitet. Ein wichtiges Thema: „Selbst- und Kameradenhilfe“, nicht erschöpfend behandelt, aber angespielt. Hier wird das Anlegen eines Tourniquet gezeigt. Manchmal werden nicht die Kaliber größer, sondern die Waffe. Pistolenkarabiner sind zur Zeit ein großes Thema. Anton konnte im Kurs mehrere Modelle präsentieren, deren Vorteile sich beim Schießen schnell erschließen. Besserer Anschlag, fixer im Ziel, Optik als Hilfsmittel. Spannend zu sehen, wie viel besser es mit Pistolenkarabiner geht. Gleichzeitig ist er aber natürlich viel auffälliger als nur eine Pistole.

FAZIT: Zwei intensive Tage mit Israeli Tactical. Anton Stöckl ist ein Trainer mit sympathischer Präsenz. Die Kurstage legen Grundlagen und sind fordernd zugleich, vor allem auch, weil der israelische Stil sehr dynamisch ist, viel Bewegung beinhaltet. Und weil im Schnitt auf weitere Entfernungen geschossen wird, was letztendlich dazu herausfordert, die Grundlagen besser zu beherrschen – sonst geht es daneben.

ISRAELI TACTICAL SCHOOL im Internet: www.israelitactical.at