Joggen bei Kälte? Die Frage stellt sich Torsten von MILITARY FITNESS heute: Winter heißt für viele, Grundlagen legen bevor die härteren Laufeinheiten beginnen. Doch sollte man bei Minustemperaturen eigentlich Laufen gehen? Oder macht es uns nur unnötig Krank?

Ich habe unterschiedliche Meinungen im Netz gefunden. Und alle sind von irgendeinem sehr wichtigen Professor oder Sportwissenschaftler verfasst worden. Der beste Satz war: „Jeder reagiert unterschiedlich auf Kälte.“

Daher möchte ich euch ein paar Fakten zeigen und wie ich sie als langjähriger Läufer persönlich Umsetze.

1. Durch die Nase atmen, um ein austrocknen der Schleimhäute zu vermeiden und Schmutz und Bakterien zu filtern.
Theoretisch ein guter Plan, doch bekomme ich nicht ansatzweise so viel Luft durch die Nase, wie ich es zum joggen bräuchte (auch bei langsamen Läufen).
Mein Tipp: Atmet ruhig durch den Mund, aber nutzt einen Buff oder dünnen Schal, durch den ihr atmen könnt.

2. Mütze oder Stirnband tragen, da ca. 30 Prozent der Wärme über den Kopf verloren geht.
Wieder so eine Pauschalaussage. Viele schreiben, dass dieser Wert 30-40 Prozent sehr überholt ist und nur zutrifft, weil der restliche Körper schön warm eingepackt ist.
In meiner Bundeswehrzeit habe ich auch schon bei 10/15 Grad eine Mütze aufgesetzt, weil es in der Ausbildung so zelebriert wurde, man sich daran gewöhnt hat und als Soldat eh ständig eine Kopfbedeckung getragen wird. Das hab ich mir erst nach mehreren Jahren abgewöhnen können, so sehr war es verinnerlicht.
Mein Tipp: Jeder hat ein anderes Kälteempfinden und sollte selbst ausprobieren was für ihn persönlich am besten passt. Ich laufe mit ganz dünnen Laufmützen, die den Schweiß nach außen leiten.

3. Nach dem Training sofort trockene Kleidung anziehen!
Absolut ja!!! Das kann ich nur so stehen lassen. Wenn man nicht zu Hause trainiert, ist es besser 30 Sekunden mit nackten Oberkörper in der Kälte zu stehen und sich ein trockenes Shirt anzuziehen, als den Heimweg, mit nasser Kleidung auf der Haut, anzutreten.

4. Tragen sie Funktionsunterwäsche, die den Schweiß nach außen leitet – keine Baumwolle.
Damit ist wohl ein Funktionsoberteil gemeint, denn eine lange Unterhose unter einer Laufhose macht keinen Sinn. Da in den meisten Laufhosen und vor allem Winterlaufhosen so eine Funktion integriert ist. Auf gar keinen Fall ein Baumwoll T-Shirt tragen, denn dieses saugt sich unnötig mit Schweiß voll und liegt nass auf der Haut. (Siehe auch Ausführung Nr. 3.)
Mein Tipp: ein Funktionsoberteil, darüber eine vernünftige Laufjacke. Wenn es zu kalt ist, kann man ein Lauf T- Shirt über das Funktionsoberteil ziehen. Manche empfehlen eine Fleecejacke zwischen Oberteil und Jacke. Macht das nicht. Euer Körper wärmt sich unnötig auf. Dieses leichte Überhitzen führt zu Leistungseinbußen (vor allem Anfängern können das sehr schwer kompensieren).

Zum Abschluss kann ich nur sagen, dass ein paar grundlegende Details beachtet werden sollten, aber letztendlich  jeder selbst herausfinden muss was ihm gut tut.

Ich empfehle zudem noch:
– Lange Hosen, denn die Knie sollte man nicht unnötig der Kälte aussetzen. (langfristig gesehen)
– Lauft bei Minusgraden locker und mit gleichmäßiger Belastung (GA1) und verlegt das Tempotraining nach drinnen oder vertagt es.
– Schützt euren Oberkörper, denn hier sind die wichtigen Organe.

Sportliche Grüße, Todde

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