Was Warmes zwischen die Kiemen stärkt die Moral und gibt Energie zurück. Draußen unterwegs ist es wichtig, dass warme Getränke oder Mahlzeiten schnell zubereitet werden können, dabei wenig Energie verbraucht wird und nach Möglichkeit die ganze Geschichte wenig Gewicht zum Gepäck hinzufügt. Bei den internationalen Militärs wird nach wie vor auf die guten alten Esbit Kocher gesetzt, auch Benzinkocher sieht man stellenweise – und nicht zu vergessen – die Heater aus dem MRE (Meal ready to eat), die auf Grund der Wärmesignatur und geringen Windanfälligkeit ein geniales Konzept darstellen. Das Unternehmen Jetboil mischt seit 2001 im Koch(er)geschäft mit, hat aber unseres Wissens bisher noch keine Verträge mit dem Militär. Nichts desto trotz haben die Kocher auf jeden Fall ihre Daseinsberechtigung und wir haben uns das Modell Flash PCS (Personal Cooking System) genauer angesehen.

Wie schon erwähnt, wünschenswerte Eigenschaften eines Kochers sind ein niedriges Gewicht, Energieeffizienz, gutes Packmaß und schnelle Kochzeiten. Das alles liefert der Jetboil Flash und schlägt sich ziemlich gut in jeder Disziplin.

Der Jetboil Flash ist, wie alle Kocher von Jetboil, ein Gaskocher. Gas ist günstig, recht gut verfügbar, hat aber bei niedrigen Temperaturen die Eigenschaft, flüssig zu werden. Damit sinkt die Leistung natürlich ab 0° C permanent nach unten. Wenn man trotzdem bei Minusgraden mit dem Gaskocher unterwegs sein will, kann man spezielles Gas von Herstellern wie Snowpeak oder Coleman kaufen, dass nur aus Propan und Isobutan besteht. Damit lässt es sich bis -15° C einsetzen.

Aber zurück zum Flash. Flash = Blitz – und das trifft auch zu: Der Jetboil Flash bringt einen halben Liter Wasser in 2,5 Minuten zu kochen: Genug Wasser für eine Travellunch Mahlzeit oder Kaffee/Tee für eine Person.

Eigentlich sprechen wir hier auch nicht über einen Kocher, sondern ein Kochsystem. Das PCS beinhaltet nämlich neben dem eigentlichen Brenner noch den pfiffigen Aluminiumtopf mit einem Liter Fassungsvermögen. Pfiffig deshalb, weil der Boden des Topfes mit dem sogenannten Fluxring™ ausgestattet ist. Dieser sorgt für bessere Wärmeverteilung und ist gleichzeitig ein Windschutz. Weiterhin ist der Topf mit einer Neoprenhülle (abnehmbar) versehen, damit man sich nicht die Pfoten verbrennt. An der Seite ist auch ein Wärmeindikator, der die Farbe wechselt, wenn der Topf heiß ist und eine Handschlaufe ist auch vorhanden. Der Topf ist so konzipiert, dass er fast alle weiteren Teile des Systems für den Transport aufnehmen kann – inklusive Gasbuddel. Damit die Lamellen des Fluxrings geschützt sind und man noch eine kleine Tasse hat, wurde dem PCS noch eine Plastikschale spendiert, die das System unten abschließt im Packmodus. Das Gewicht des PCS beträgt 488 Gramm ohne Gaskartusche.

Der Brenner selbst ist mit Piezo Zündung ausgestattet und natürlich regulierbar. Für den Betrieb muss man nur den Deckel vom Topf nehmen, Brenner, Kartusche und Standfüße entnehmen und anschließend die Kartusche mit dem Brenner verschrauben. Dann klippt man noch die Standfüße an die Kartusche und setzt den Topf obenauf. Das ist alles und schon kann es losgehen. Mit einer 100g Schraubkartusche kann man entweder 12 Liter Wasser oder 1 Stunde kochen. Das ist ziemlich ergiebig.

Wir haben den Kocher über einen längeren Zeitraum sowohl Indoor als auch Outdoor genutzt und konnten bei herbstlichen Plusgraden keine Mängel feststellen. Einzig der weiche Deckel wird sehr heiß und lässt sich ohne Hilfsmittel nicht abnehmen, ansonsten verbrennt man sich ordentlich die Finger. Aber da der Deckel sowohl eine Schlaufe als auch einen Schlitz hat, findet man sicher eine Möglichkeit, den Deckel schmerzfrei zu entfernen.

Um dem Ganzen noch ein wenig Tiefe zu verleihen, haben wir den Jetboil bei 1°C Außentemperatur gegen ein paar andere Kocher antreten lassen. Es ist natürlich kein exaktes wissenschaftliches Experiment, da wir nicht die gleichen Topfformen verwendet haben, aber zeigt es doch auf jeden Fall, wie gut sich der Jetboil schlägt. Vor allem, wenn man bedenkt, dass man dann mit diesem Kocher 3 Jahreszeiten problemlos abdecken kann, mit ein wenig Geduld und gewärmter Gaskartusche sogar in Minusgrade hinein.

Zum Vergleichstest treten an:

– Jetboil Flash PCS 1 Liter

– Primus Multifuel (mit Petroleum befeuert) + Snowpeak Titantopf 2 Liter

– Trangia Spirituskocher (+ modifizierter Esbit Trockenbrennstoffkocher) + Esbit Topf 585ml

– Außer Konkurrenz: Hobokocher mit Holz

Damit der Test einigermaßen gleich bewertet werden konnte, wurden alle Töpfe mit 400ml Wasser befüllt um dem kleinsten Topf gerecht zu werden.

Trotz der Außentemperatur kochte das Wasser im Jetboil am schnellsten – knappe 6 Minuten benötigte er dazu. Die Gaskartusche war nicht über längere Zeit der Außentemperatur ausgesetzt, d.h. das Ergebnis würde entsprechend noch etwas schlechter ausfallen, wenn das Gas richtig kalt ist.

Auf Platz 2 ist der Primus Multifuel (o.) gelandet, mit nur einer Minute mehr Kochzeit. Nach 11 ½ Minuten kam dann auch das Schlusslicht mit Spiritus (u.) ins Ziel.

Den Hobo (u.) haben wir nicht gemessen, aber auch er kommt irgendwann an Ziel und hat natürlich den Vorteil, mit Holz befeuert werden zu können. Das ist draußen in der Regel verfügbar und bei dem Packmaß empfiehlt es sich immer, solch einen Kocher als Backup dabeizuhaben, wenn man nicht über offenem Feuer kochen will/kann/darf.

Beobachtungen/Erkenntnisse des Tests: Wie schon erwähnt, die Kochleistung bei Gas hängt von der Außentemperatur ab. Dafür hat der Jeboil ganze Arbeit geleistet. Außerdem brennt er recht leise und ohne groß sichtbare Flamme, was sicherlich auch ein Faktor ist. Der Primus brennt mit lautem Getöse, ist auch schon ein älteres Modell (da gibt es inzwischen auch leisere). Weiterhin muss die Düse erstmal heiß werden was bedeutet, man verbrennt mit heller Flamme Petroleum, bis das System heiß genug ist, und auf blaue Flamme wechselt.

Während des Kochens ist auch ein leichter Wind gegangen, die dem Spiritus- und dem Primuskocher eher zu schaffen machten, als dem Jetboil.

Beim Packen wird klar: trotz optimierter Zusammenstellung beim Primus ist der Jetboil kompakter und viel leichter. Der Spirituskocher macht hier auch eine sehr gute Figur, gerade dann, wenn man einen kleinen Topf nimmt.

Als optionales Zubehör bietet Jetboil auch einen Aufsatz an, mit dem man dann auch reguläre Töpfe und Pfannen verwenden kann.

FAZIT: Als persönliches Kochsystem für drei Jahreszeiten gibt es nichts Schnelleres und Besseres. Der Jetboil Flash PCS glänzt mit kompaktem Packmaß, geringem Gewicht und gutem Gasverbrauch, wenn es nicht kalt ist. Eine ganz klare Empfehlung von uns!

Erhältlich ist der Jetboil Kocher in Camo, Blau und Schwarz beim MARINES SHOP für 110 Euro.

Und hier gibt es zum Abschluss als Abschließendes noch das Produktvideo von Jetboil himself.