Die AR15 Plattform bietet ja bekanntlich für fast jedes Teil eine schier endlose Möglichkeit an Austauschmöglichkeiten. Sehr beliebt – weil standardmäßig nicht besonders komfortabel – ist der Austausch des Handgriffs. Vom Klassiker Namens Hogue Grip bis hin zum äußerst beliebten Magpul M.I.A.D. Griff – die Auswahl ist inzwischen absolut unüberschaubar. So kann man gar nicht alle probieren und testen, um den besten herauszufinden, aber uns ist kürzlich der LaRue A-PEG unterkommen und den haben wir für Euch auf dem Prüfstand gehabt.

Was muss ein Griff können? Klar, er muss der Hand Halt und Kontrolle über die Waffe geben. Dabei soll er natürlich noch komfortabel bzw. ermüdungsfrei sein und alle Kontrollregler der Waffe müssen gut erreichbar sein. Magpul (und inzwischen auch einige andere Hersteller) haben das Problem mit der Erreichbarkeit der Kontrollregler mit auswechselbaren Griffteilen realisert. So kann man beim M.I.A.D. an der Frontseite zwischen einem glatten Einsatz und einem Einsatz mit Fingermulde wählen, für die Rückseite gibt es drei unterschiedlich tiefe Einsätze für unterschiedlich große Hände.

Larue Tactical, einer der besten Hersteller für Montagen im Optikbereich, Waffenzubehör und inzwischen auch Produzent von eigenen Waffen, ist beim Griff einen ganz klassischen Weg gegangen. Es gibt keine auswechselbaren Griffstücke oder gar einen schicken Einschub für Ersatzteile, Batterien oder ähnliches wie beim M.I.A.D. Hier wurde versucht, die wesentlichen Dinge – nämlich den optimalen Griff an der Waffe – zu perfektionieren und sonst nichts.

Das ist natürlich ein sehr hochgestecktes Ziel und auch sehr schwer objektiv zu beurteilen, wir (die den Griff mehrere Wochen getestet haben) und alle, die die Waffe in der Hand hielten fanden den Griff allerdings sehr komfortabel und alle Kontrollelemente gut erreichbar. Gerade die Sicherung ist mit dem Daumengelenk perfekt bedienbar, da die Hand sehr weit oben und vorne greift. Ermöglicht wird dies durch das schlanke obere Ende des Griffes, welches dann nahtlos nach unten verbreitet wird, um ein Abrutschen zu verhindern. Für den Grip am Griff kann man zwischen zwei verschiedenen „Körnungen“ wählen. Es gibt „smooth“ und „rough“, wobei wir den gröberen Griff testeten und diesen auch nicht als zu rau empfanden.

Auf der Schießbahn konnte der A-PEG sowohl beim eigentlichen Schießen als auch beim Halten der Waffe überzeugen. Egal in welcher Positition, der Griff hat sich immer gut angefühlt und die Kontrolle war gegeben. Einziges Minus in Sachen Komfort ist die schmale Stelle am oberen Ende des Griffes – hier wird es bei hoher Schusskadenz im Kaliber .308 und ohne Handschuhe etwas unangenehm. Mit Handschuhen ist es allerdings kaum spürbar.

Zum Einbau gibt es nicht viel zu sagen. Auf der Unterseite des verwendeten Griffes die Schraube lösen, Griff demontieren – hier ganz vorsichtig – da die Feder der Sicherung untergebracht ist – und den neun Griff montieren, festschrauben fertig.

Den A-PEG gibt es für AR15 und AR10 Plattformen. Wir hatten beide Griffe zum Test zur Verfügung und mussten feststellen, dass der AR10 Griff nicht so schön an ein Oberland OA10 passt. Also, für alle OA10 Besitzer: das AR15 Modell kaufen, der passt perfekt (Siehe Bilder).

FAZIT: Ein Griff auf das Wesentliche reduziert – das charaktersiert den A-PEG eigentlich ganz gut. Sicher, man hat kein Stauffach und kann den Griff nicht an die Hand anpassen, aber mal ehrlich: Wenn man den Griff einmal auf die Hand abgestimmt hat, muss man da nicht mehr dran rumdrehen (haben wir zumindest beim M.I.A.D. nie gemacht). Preislich liegt der Griff im Mittelfeld und ist absolut sein Geld wert. Wir können ihn wärmstens empfehlen und hoffen auf baldige Verfügbarkeit weiterer Farben in Deutschland.

Den Larue Tactical A-PEG Grip bekommt man in Urban Dark Earth, Oliv, Schwarz, Foliage und Flat Dark Earth für 34 € bei Spartac.de. Hier ist er im Moment allerdings nur in der Farbe schwarz in beiden Körnungen „smooth“ und „rough“ zu bekommen.

Das Video zum Griff.